Wirtschaftsauskunfteien
Juli 23rd, 2010Nicht nur die Schufa erfasst Daten die Auskunft über die finanzielle Lage und die Bonität von Konsumenten ermöglichen, sondern es gibt in Deutschland noch weitere Wirtschaftsauskunfteien, die in diesem Bereich aktiv sind.
Die wichtigsten sind Arvato Infoscore, Bürgel Wirtschaftsinformationen und Creditreform. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Banken, Finanzdienstleister und Handelsunternehmen häufig nicht nur die Daten berücksichtigen, die die Schufa zur Verfügung stellt, sonder eben auch Informationen nutzen, welche die oben genanten Firmen anbieten.
Das hat zur Folge, dass z. B. eine Person die zwar eine saubere Schufa hat, trotzdem keinen Kredit oder ein Girokonto erhält, weil andere Wirtschaftsauskunfteien eben der jeweiligen Bank bei der Prüfung, Daten zur Verfügung stellen, die zu einer Ablehnung des Antrags führen. Hier als Verbraucher die Übersicht zu behalten, welche Auskunftdatei welche Daten zur eigenen Person gespeichert hat, ist mehr als schwierig.
Vor allem deshalb, da viele der genanten Unternehmen wesentlich intransparenter in der Verwertung von Daten sind, als die so häufig genannte Schufa. Weiterhin sind viele der gespeicherten Datensätze fehlerhaft. Auch werden hier Daten gespeichert, die eine negative Auswirkung auf die Bonität des jeweiligen Verbrauchers haben, die durch relativ bedeutungslose Unstimmigkeiten, z. B. bei der verspäteten Bezahlung einer Rechnung über einen nur geringen Betrag entsanden sind.
Damit die Daten eines Verbrauchers an eine solche Wirtschaftsauskunftei weitergeben werden dürfen, muss der Kunde im Gegensatz zur Schufa-Klausel hier nicht erst eine Unterschrift leisten (meistens im Zusammenhang mit einem Antrag auf Eröffnung eines Girokontos, Ratenkredit, Handy, etc.) sondern es reicht aus, die AGB eines Einzelhändlers zu akzeptieren der eben seine Kundendaten an eine solche Auskunftdatei weiter gibt. Das tun vor allem Versandhändler, die auf Rechnung liefern, und schon ist Mann oder Frau im System gefangen.
Natürlich werden nicht nur Daten von Personen aus Deutschland gespeichert, sondern es gibt auch in anderen europäischen Ländern, ein ähnliches System. In Österreich ist das (an Stelle der Schufa) die KSV (Gläubigerschutzverband), in der Schweiz die Zentralstelle für Kreditinformation ( Abkürzung „ZEK“) und in den Niederlanden die BKR.